Tredecimptopie
13 utopische Räume.

Master-
Ausstellung

Kommunikationsdesign
HAW-Hamburg

6. — 8. April 2017
im Westwerk
6. April: Eröffnung um 19 Uhr

info@13topie.de

FELICITAS FISCHER/ Das Rhizombuch

Ein Rhizom ist ein Wurzelsystem, das mehrere größere Wurzelstränge netzwerkartig miteinander verbindet. Das Buch versinnbildlicht eine rhizomatische Struktur und beinhaltet sowohl Texte als auch Bilder zu rhizomatischen Phänomenen. Es ist eine interaktive Buchinstallation, die sich beliebig ausklappen lässt, ohne einer chronologischen Reihenfolge oder hierarchischen Struktur zu folgen.

EVA HEIDENREICH/ ABSOLUT, FRAGMENTIERT – Eine Betrachtung momentaner Formen

Ein sich stets neu formierender Schatten: Die Ableitung eines einfachen Mobiles, dessen Elemente in fortlaufender Bewegung sind. Unter bestimmten, aber unwahrscheinlichen Umständen werden sie einen Kreis darstellen. So entstehen Schattenformen, die sich mit der Rotation des Mobiles wieder zerstören, um sich sogleich neu zu organisieren — um den perfekten Kreis möglicherweise anzudeuten, jedoch nie komplett zu bilden. Diese Installation vereint den Wunsch nach Perfektion mit dem Wunsch nach dem richtigen Moment und das stete Verpassen oder Verfehlen eines diesen. Der Betrachter darf entscheiden, ob er ewig wartet, bis er letztendlich die Grenzen seiner Geduld erkennen wird oder die Momente, die vor der Perfektion stattfinden, für sich verwendet.

ANNA ANGOLD/ Move to Mars

Der Mars als neuer Heimatplanet der Menschheit – doch wie aktiviert man diese zum Umzug? Temperaturen um die -63°C, nie endende Sandstürme und eine Atmosphäre, die das Atmen ohne Druckanzug unmöglich macht, lassen den roten Planeten nur bedingt attraktiv erscheinen. Die Aufgabe der Kampagne “Move To Mars” ist es aber, die Menschheit zu eben diesem Umdenken zu animieren — und zwar ohne utopische Versprechungen, anhand alltäglicher Erleichterungen. So wiegt man auf dem Mars beispielsweise nur 38% seines Erdgewichts, muss sich keine Sorgen um seine Kleiderwahl machen und steckt niemals im Stau – Wunschtraum auf der Erde, Realität auf dem Mars.

FABIANA WOYWOD/ Tempotopie – Wer ist mein Narziss?

Im Spiegel sehen wir eine subjektive Symmetrie der Welt. Im Augenblick der Reflexion prüfen und bewerten wir dieses Bild. Der optische Eindruck passiert simultan zur gedanklichen Auswertung. Was passiert, wenn wir diesen Moment beobachten können? Welches Ich sehen wir, das sich vor kurzer Zeit im Spiegel sah? In der Tempotopie erleben wir die Zeit als Mittel zur Selbstreflexion.

KAJAN LUC/ An Audiological Experiment – Room of Retorted Perception

Ein Experiment zur auditiven Selbstwahrnehmung im Raum: Wie lassen sich mehrere Räume in einem bestehenden Raum realisieren? Durch eine raumbezogene Tonverortung entstehen neue körperhafte Tiefen und Dimensionen, die der Eintretende selbst gestaltet. Der Raum dient somit als reines Kommunikationsmedium und agiert mit demjenigen, der ihn betritt. Oder handelt es sich dabei um eine Kommunikation mit dem Selbst? Zwischen Irritation, Verzögerung und Verfremdung - was kann eine bewusste und/ oder unbewusste Tonverortung erzeugen?

STEFANIE SCHMIDT/ Transforming Knowledge – Hinzufügen, Bearbeiten, Löschen

Transforming Knowledge ist eine Adaption von Wikipedia in den analogen Raum, die das zugrunde liegende Prinzip der kollaborativen Textgenese in eine interaktive Rauminstallation übersetzt. Als Ergebnis von Interaktionen, das aus individuellen und gemeinschaftlichen Handlungen hervorgeht, unterliegt die Installation damit einer stetigen Aushandlung ihrer Gestalt. Hinzufügen, überarbeiten, revidieren — zirkuläre, iterative und rekursive Prozesse vollziehen sich und lassen einen komplexen, vielfältig wirkenden Apparat zur Produktion von Diskursen entstehen.

JANINE KARBER/ RADICAL

Geschwindigkeit, Effizienz und Optimierung zeichnen unsere heutige Gesellschaft aus. Der Mensch soll möglichst flexibel, mobil, leistungsfähig, aktiv und dabei gleichzeitig gesund und entspannt sein. Welche Konsequenzen haben diese Anforderungen auf unsere Lebensweise? Welcher Ernährungsstil ist die adäquate Antwort auf die gesellschaftlichen Herausforderungen von Gegenwart und Zukunft? Dieses Projekt zeigt eine radikale Möglichkeit – spekulativ, kritisch und konsequent.

MANUEL BORST/ Monolithen

Im Roman und im Film "2001: Odyssee im Weltraum" symbolisiert ein nach festen mathematischen Regeln geformter Monolith aus unbekanntem, unzerstörbarem Material außerirdische Intelligenz. Durch seine unerwartete Anwesenheit auf der Erde löst er ein Umdenken der Affen und somit die Menschwerdung aus. Was lösen Monolithen heute in uns aus, deren Form scheinbar willkürlich ist und die aus Beton bestehen, also dem meistgenutzten Baustoff? Wenn der Zufall zum Architekten von Objekten wird, schreiben wir diesen Objekten beim Betrachten Eigenschaften und Absichten zu. Wir suchen Logik und Aussagen, interpretieren und stellen Fragen. Der Zufall konfrontiert uns mit dem nicht Planbaren, der Baustoff Beton mit dem Wunsch des Bleibens.

MARC BRASCH/ MA_PLATO

Die Tredecimtopie unterliegt einer permanenten, interdisziplinären Kommunikation sämtlicher Parteien. Das hierfür entwickelte Webtool MA_PLATO dient zum Erkennen interdisziplinärer Verknüpfungen, lässt künstlerische Prozesse zu einem dreidimensionalen Gewebe heranwachsen und dokumentiert gleichzeitig alle Entwicklungen in einem komlexen VR-Archiv. Die virtuelle Realität schafft es, mithilfe einer digitalen Raumbindung das Wachstum der Prozessebene in den Ausstellungsraum zu transferieren, sodass diese während der Ausstellung mit dem Smartphone und Tablet nachempfunden werden kann.

KENNETH BIELINSKI/ ORBIT

Kein Mensch ist fähig, einen nach mathematischen Aussagen perfekten Kreis zu zeichnen. Sämtliche Entwürfe eines solchen werden niemals makellos sein und bestenfalls eine Abwandlung des Idealbilds verkörpern.
 Spieler des interaktiven Games “Orbit” stellen sich aber genau dieser Herausforderung — und das auch noch mit Handicap! Denn während der eine Spieler den Zeichenstift nur vertikal führen darf, kann der andere lediglich auf die horizontale Strichführung Einfluss nehmen. Neben der utopischen Zeichnung eines perfekten Kreises haben also beide Spieler zusätzlich mit ihrer gemeinsamen Koordination zu kämpfen.

PATRICIA PARYZ/ Kristina

Ein Porträt ist die Abbildung einer Person. Geläufig ist es, dieses Wort im Singular zu benutzten. Kann demnach nur ein singuläres Abbild eines Menschen aufgenommen werden? Ich lernte Kristina im vergangenen Jahr kennen. Seit nun mehr als zehn Jahren lebt sie in Hamburg, ursprünglich stammt sie aus Bulgarien. Sie lebt in einem Projekt für obdachlose Frauen und verdient ihr Geld als Prostituierte. Als ich zu ihr kam, lief der Fernseher und der Geruch von Parfüm überlagerte den von Zigaretten. Abends tranken wir zusammen. Ihr Schmollmund hinterließ Lippenstiftränder am Glas. Biologisch gesehen ist Kristina ein Mann. Durch die Bekanntschaft mit Kristina wurde mir klar, dass es nicht möglich sein würde, sie anhand einer Fotografie abzubilden. In meiner Fotocollage versuche ich, ein Abbild der transsexuellen Kristina zu kreieren, das nicht nur ihre Vielschichtigkeit zeigen soll, sondern auch das Medium Fotografie in Frage stellt.

TOBIAS HAHN/ 39 MINUTEN

39 Minuten liest der durchschnittliche Zeitungsleser täglich. Ebenso bildet er sich Tag für Tag eine Meinung über das Gelesene. Die Mehrzahl aller Meldungen in Zeitungen ist angeblich von negativer Natur. Sinkende Leserzahlen betrachtet man als Folge dessen. Doch sind die Nachrichten tatsächlich so deprimierend, wie sie erscheinen? Passieren auf der Welt nur schlechte Dinge? 39 Minuten ist ein konzeptionelles Messgerät, welches die Bewertung von Zeitungsinhalten ermöglicht. Dadurch soll sich sowohl den Lesern als auch den Herausgebern ein repräsentatives Bild ihrer Zeitung ergeben. Das individuelle Ergebnis der Messungen und eine Empfehlung, die sich aus den Analyseergebnissen anderer Teilnehmer generiert, werden grafisch dargestellt. Sowohl die Möglichkeit der Selbstbestimmung bei der Auswahl von Nachrichten als auch die persönlichen Empfehlungen sollen zu einem positiver erlebten und somit längeren Leseerlebnis führen.

JANA OTTO/ PANOPTICON

In der heutigen Zeit gehen wir mit unseren Daten ziemlich leichtsinnig um: Wir sammeln Payback-Punkte, teilen Fotos mit der ganzen Welt und wissen dabei sogar, dass all das irgendwo gespeichert wird. PANOPTICON ist ein spielerisches Selbstexperiment, das die Grenzen unserer Informationsfreigabe auf die Probe zu stellen sucht. Vor jedem Spielzug muss eine persönliche Frage beantwortet werden. Doch was, wenn diese so unangenehm ist, dass Mitspieler die peinliche Antwort am besten gar nicht hören sollten? Würde man für den Sieg trotzdem die eigene Privatsphäre opfern?

Fangt irgendwo an! Hört irgendwo auf! Kreiert zufallsgesteuerte utopische Architektur! Spielt Spiele, bei denen ihr nur verlieren könnt! Verortet euch in audiologische Räume mit eigenen Gesetzen! Wählt welche Art von Nachrichten ihr lesen wollt! Reduziere dich radikal auf ein Minimum! Scheitert! Begebt euch in einen Ort ohne Anfang und Ende! Erlebt wie hierarchische Ordnungen entfallen! Fühlt den rhizomatischen Lebensraum! Haltet fest, wie sich alles wechselwirkend beeinflusst! Fasst an! Bewegt! Lasst los! Spürt die dreizehn Perspektiven zur Utopie! Seid Teil der TREDECIMTOPIE!

6. – 8. April 2017
WESTWERK.
Admiralitätstr. 74
20459 Hamburg

DO, 6. APRIL 18-22 UHR > 19 UHR ERÖFFNUNG
FR, 7. APRIL 12-22 UHR > 22 UHR DJ AITCH + LAURIDS*
SA, 8. APRIL 12-18 UHR > 12 UHR – 14 UHR BRING-YOUR-OWN-BRÖTCHEN





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